DAS HÖFCHEN

Das Leben ist eine Baustelle. Besonders das Leben in einem alten Höfchen. Seit sieben Jahren wohnen wir nun schon hier und nach unserer ersten Rundum-Riesenbaustelle, nehmen wir uns immer wieder einen kleinen Abschnitt vor, den wir nach unseren Wünschen gestalten. Je nachdem, wie es die Nerven und auch das Sparschwein so zulassen. Manchmal bestimmt auch das Haus, was als nächstes zu tun ist. Das sind dann aber eher die nicht so spaßigen Arbeiten.

Ich erinnere mich noch sehr genau daran, dass unser Architekt, den wir beim Umbau unseres ersten Hauses beauftragt haben, meinte, wir hätten da ordentlich was vor uns und so ein Umbau könnte auch eine Partnerschaft mal belasten. Pööh habe ich gedacht, wie das denn? Aber das ist mehr als wahr. Dieses erste Haus war aus den 70er Jahren. Sehr pur und streng. Es stand ein Jahr lang leer, bevor wir es kauften, keiner wollte es haben aber wir haben es geliebt und jede Menge Potenzial darin gesehen. Nachdem wir es über Monate umfangreich umgebaut hatten, die ganze Zeit auch mit unserer ersten kleinen Tochter mitten auf der Bautelle gewohnt haben und kurz vor Abschluss der Arbeiten waren, hatten wir einen riesigen Wasserschaden, der sich auf alle Etagen des Hauses auswirkte und uns zurück an den Anfang katapultierte. Der Schaden war ein Handwerkerfehler aber es hat unendlich viel Verhandlungen mit den Versicherungen gegeben und wir waren nicht nur körperlich tiefenerschöpft. Bei einem Umbau gehen einfach auch mal Dinge schief, oft kostet es sehr viel mehr als am Anfang kalkuliert, man lebt im Staub und Chaos, hat keine Erholungsphasen. Den Wasserschaden haben wir damals überstanden. Und am Ende war alles besser als wenn es diesen Wasserschaden nicht gegeben hätte.

Leider mussten wir uns wegen des Umzugs in eine andere Stadt aus beruflichen Gründen von dem Haus trennen. Und haben dann ganz bewusst etwas völlig anderes gesucht, damit wir nicht immer vergleichen, welches Haus denn nun besser ist. In den alten Hof auf dem wir nun leben haben wir uns gleich verliebt. Er sah anfangs furchtbar aus, sehr heruntergekommen aber wir haben sofort gesehen, was wir alles daraus machen können. Inzwischen waren wir auch sehr Baustellenerfahren. Wir wussten, was da auf uns zukommt. Und lieben es trotzdem. Auch hier ging nicht alles nach Plan und war natürlich oft teurer als gedacht. Handwerker waren nicht zuverlässig oder das Haus hielt eine Überraschung parat. Bei dem ersten großen Rundumschlag haben wir mit 5 Personen und Hund über Wochen auf 40 qm mitten in der Baustelle gewohnt. Da geht man sich schon mal ordentlich auf die Nerven, die Stimmung ist mal gereizt oder man streitet sich über verschiedene Vorstellungen, die man in irgendwelchen Details der Umsetzung hat. Wenn dann alles fertig ist, kann man selber kaum glauben, wie es denn vorher ausgesehen hat. Zu gerne schauen wir uns deshalb immer mal wieder die Vorher-Nachher Fotos an.

Unser diesjähriges Jahresprojekt ist der Umbau der alten Küferwerkstatt zu einer Outdoorküche. Wer mir auf Instagram folgt, konnte schon einige Ausschnitte in den Stories verfolgen. Wenn alles fertig ist, zeige ich es natürlich auch hier. Wir freuen uns, damit unseren Innenhof noch weiter nutzen zu können, viele Stunden mit lieben Menschen dort möglichst essend und in der Sonne sitzend zu verbingen. Und haben sogar schon einige Events hier geplant, bald gibt es mehr Infos dazu.

Es gab immer mal wieder Tage, da haben wir uns ganz schön angezickt. Waren erschöpft oder genervt oder beides. Aber eigentlich sind wir ein Dreamteam. Können unsere unterschiedlichen Talente immer gut einbringen und wissen, dass wir uns bedingungslos aufeinander verlassen können. Egal was kommt. Es ist uns wichtig, unser Umfeld so nach unseren Wünschen und Bedürfnissen gestalten zu können und spätestens wenn wir wieder ein paar Vorher-Nachher Fotos anschauen, wissen wir, warum wir das alles machen.