Route du Äppler

Schon rund zehn Jahre wohnen wir im schönen Hessen und noch immer hatten wir nicht sehr viele Begegnungen mit dem hessischen Lieblingsgetränk, dem Äppelwoi oder Ebbelwoi oder Äppler. Zu gerne bin ich also gemeinsam mit ein paar Bloggerkollegen einer Einladung des Landes Hessen gefolgt, um auf der Route du Äppler etwas über das so beliebte „Stöffche“ zu lernen.

Startpunkt war die traditionelle Frankfurter Apfelweinwirtschaft Adolf Wagner. Hier gab es eine lange Tafel mit allem, was das Hessenherz höher schlagen lässt: die berühmte Grie Soß, Handkäs, Gürkchen, Schlachtplatte und einen sehr großen Bembel mit gekühltem Äppelwoi. Den trinkt man traditionell aus dem „Gerippten“, einem Glas mit einer Rautenstruktur, das nicht nur schöne Reflexe in den Äppelwoi zaubert sondern das Glas selbst dann griffig in den Händen halten lässt, wenn es durch die fettigen Speisen mal rutschig wird.

Frisch gestärkt ging es in den Odenwald zur Kelterei Krämer, einem Familienunternehmen in der dritten Generation. Hier werden traditionelle Apfelweine und Fruchtsäfte gekeltert, ergänzt durch die frische Linie „Bembel with care“, bei der Apfelwein und Apfelwein-Mischgetränke in der trendig gestalteten Dose oder kleinen Glasflaschen abgefüllt werden. Mit großem Erfolg bei einer jungen Zielgruppe. Das hatten alle Menschen, die wir auf unserer schönen Tour kennenlernen durften gemeinsam: Tradition mit frischen Ideen verknüpfen. Pioniergeist beweisen, mal andere Wege gehen und sich dabei darauf besinnen, das Nachhaltigkeit und der Erhalt von Lebensraum für Pflanzen und Tiere eine wichtige ökologische Bedeutung hat.

Die Äpfel für die Säfte und Weine der Kellerei Krämer kommen überwiegend von den Streuobstwiesen der Region, wo sie im besonderen Klima des Odenwaldes in großer Sortenvielfalt heranwachsen und ihr ausgewogener Zucker- und Säuregehalt es ermöglicht, einen hochwertigen Apfelsaft und Apfelwein herzustellen. Zur Erntezeit fahren Bauern ihre Anhänger voller Äpfel vor, aber auch kleine Mengen von privaten Apfelernten werden  angenommen. Gerne auch im Tausch gegen frische Säfte und Äppler. Die Kelterei setzt sich engagiert für den Erhalt der immer seltener werdenden Streuobstwiesen ein. Es werden verschiedene Workshops für die richtige Anlage einer Streuobstwiese angeboten oder auch für die richtige Baumpflege oder die Bekämpfung von Schädlingen.

Wir wurden mit dem sehr angenehmen Kleinbustransfer weiter durch die schöne Landschaft nach Michelstadt gefahren und durften in das wirklich wunderschöne Hotel „Die Träumerei“ einchecken. Ein Hotel, das die Schauspielerin Jessica Schwarz gemeinsam mit ihrer Schwester Sandra mit viel Liebe zum Detail aus einem alten Fachwerkhaus in ihrer Heimatstadt gegenüber der Hausbrauerei ihrer Eltern gezaubert hat. Sehr individuell, mit viel Geschmack und Sorgfalt eingerichtet. In diesen Zimmern lässt es sich perfekt entspannen, wenn man sich das wirklich sehr schöne Michelstadt mal anschauen möchte. Das Hotel ist so erfolgreich, dass es nun weitere Zimmer in einem benachbarten Haus gibt. Mit dem passenden Namen „Träum weiter“.

Am Abend ging es in Treuschs Johanns-Stube zu einem Apfelwein-Probier-Menu. Apfelwein ist meißt eine „Cuvée“, wird also aus verschiedenen Apfelsorten gemischt. Armin Treusch geht einen anderen Weg. Seine Apfelweine werden sortenrein ausgebaut, handgelesen und  selbstgekeltert. So zeigen sie einen jeweils eigenen Charakter von mild fruchtig bis knackig und säurebetont. Sehr passend zu den Gerichten des Menus aus der Odenwälder Heimatküche wie zum Beispiel Himmel und Erd-Suppe, Odenwälder Ebbelwoi-Hinkelsche oder Wildschweinbraten in Apfel-Preiselbeersauce.

Mehr als satt und zufrieden sind wir in die feine Bettwäsche der Träumerei gesunken und konnten uns von den vielen Eindrücken des Tages erholen. Nach einem Frühstück in dem schönen Minikaffee des Hotels ging es auch gleich wieder los durch die schöne Landschaft in die Kelterei Steden nach Oberursel. Hier betreiben die beiden Brüder Valentin und Florian Steden eine Ebbelwoi-Straußwirtschaft in einem Hof, der in jedem Frühjahr aufwändig überdacht und zur Wirtschaft umfunktioniert wird. Zur Erntezeit wird alles wieder abgebaut, damit im Hof ordentlich gearbeitet und gekeltert werden kann. Das Dach würde die Schneelast im Winter nicht aushalten und somit wird auch das abgebaut und bis zur nächsten Saison eingelagert.

Mit Darbietungen von Künstlern, Kabarettisten und Theatergruppen kann man im Innenhof der Stelterbrüder verschiedenste Abendprogramme in uriger Umgebung erleben. Bei selbstgekeltertem Apfelwein und herzhaft-hessischen Gerichten von ausschließlich regionalen Lieferanten und Herstellern.

Die Streuobstwiesen der Brüder sind nah an der Stadt gelegen und um sie vor freilaufenden Hunden und zu vielen Besuchern zu schützen, lassen sie statt eines hässlichen Zauns einen hohen Wildblumenwiesenstreifen um die Bäume herum wachsen. Win win für alle. Sieht wunderschön aus, keiner trampelt durch die Blumen auf die Wiese und die Bienen freuen sich auch mit. Und so frisch und bunt wie diese Idee ist auch das Design der Flaschen für das ganze Sortiment.

Nachdem wir auch in der Kelterei Steden mit einer riesigen Platte voller hessischer Leckereien und frischem Apfelwein  versorgt wurden, war die Route du Äppler für uns leider schon vorbei. Wer sich auch einmal durchschmecken möchte, findet auf der Seite des Hessentourismus unter diesem Link (klick) die komplette Route.

Vielen Dank an Hessentourismus für die Einladung zu dieser wunderbaren Reise. Und an Gourmet Connection für die wie immer perfekte Organisation.

 

 

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