Von technischen Spielereien, selbst gemachter Mayonnaise und der Liebe meines Lebens

held-am-herd-mayonnaise

Es gibt ja Frauen, die begeistern sich für 7 Schränke voll feinster Schuhe oder Kleider oder Kosmetik oder Taschen oder oder. Das sind nicht die Dinge, die mein Herz höher schlagen lassen. Ich werde schwach bei feinem technischem Gerät. Also zum Beispiel bei einer Kamera, die ihren Spiegel mit einem feisten Klock statt einem zickigem klickklick hebt. Oder einem Rechner mit einem leuchtendem Apfel auf dem Deckel, dessen Datensicherungssoftware Time Machine nicht einfach schnöde deine Daten irgendwie sichert, sondern dich beim Stöbern durch alte Dateien quasi mit in ein Raumschiff hüpfen lässt, den Sternenhimmel anknipst und dich sanft durch weit entfernte Galaxien schweben lässt. Ganz wichtig ist mir bei diesen Spielereien, dass sie intuitiv zu bedienen sind. Ich bin nämlich zu ungeduldig, mich durch 30 komplizierte Handbücher zu lesen, bevor ich den ersten Knopf bedienen kann. Diese kleine Rechtfertigung als Einleitung zu meinem kürzlichen Kaufrausch, bei dem ich mir eine neue Kamera gegönnt habe. Nun haben ja die modernen Kameras heutzutage nicht einfach nur eine Knipsfunktion sondern man kann sogar Filme mit ihnen drehen. War bisher nicht so meine Passion aber toll fand ich das doch irgendwie. Also habe ich mich durch ein paar Tutorials geklickt, wusste so grob wo man das Filmknöpfchen anschaltet und wollte einen Film machen.

Meinen Helden macht diese Vorgehensweise übrigens wahnsinnig. Er ist ein äußerst präziser Planer und Vordenker. Hat immer den langen roten Faden im Visier, der schlussendlich alles zusammenhält und kommuniziert auf dem Weg zum Ziel liebend gerne alle Details.

Ich nicht. Ich schnapp mir meine momentane Idee, drösel mir ein paar Infos im Internet zusammen, halte die Klappe und wenn ich anfangen will, will ich anfangen. Ohne Plan. Mein gestriger Hirnpups also nach ein paar Wie-drehe-ich-einen-Film-Tutorials war, „ich dreh jetzt mal einen Film“. Thema? Joah, der Held wollte doch Artischocken machen. Mit seiner genialen selbstgemachten Mayonnaise. Das sieht doch immer spannend aus. Das film ich jetzt. „Kinder, malt mal ein paar Schildchen mit dem Text, die halten wir dann so in die Kamera.“ Die Kinder so: Yeah. Der Held so: Hä?.

Weil ich im Vorstadium und auch im Geschehen solcher Eingebungen gar nicht in der Lage bin, ganz genau zu formulieren, was ich da eigentlich mache, mein Held aber die präzise Kommunikation liebt, gibt es im Ausleben meiner Hirnpupse immer kleinere oder größere, sagen wir mal Stimmungsschwankungen. Das wir aber trotzdem oder genau wegen unserer so unterschiedlichen Art ein gutes Team sind, zeigt dieses Video, was wir uns jetzt schon gefühlte 100mal angeschaut haben und immer noch Tränen lachen. Der Held hat zunächst übelst gelaunt einfach mitgemacht, gedacht, sein grummelnder Text wird nachher eh nicht zu hören sein. Ich war erst zu doof, die Livetonspur durch die Musikspur zu ersetzen und während wir uns ein paarmal dann Musik und Text zusammen angehört hatten und auch beim siebten Mal noch lachen mussten, haben wir gedacht: „Egal, das lassen wir jetzt so.“

Denn so ist es eben manchmal im Leben. Nicht immer Bullerbü. Aber wenn man sich über die grundsätzlichen Dinge einig ist und sich zum Schluss immer ordentlich auf die Schenkel klopfen kann, ist alles in Ordnung. Der geplante „Wir machen stylische Artischocken mit selbstgemachter Mayonnaise-Post“ muss also noch ein bisschen warten. Aber ich reiche ihn nach, verprochen. Mit Fotos und Rezept, wie sich das gehört. Für heute aber eine Runde Schenkelklopfen für alle:

Schlecht gelaunter Held macht „Scheiß“ Mayonnaise from Sabine Steffens on Vimeo.

Comments (11)

  • Ich finde es klasse, wenn nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.
    Real Life eben!

    Antworten
  • Liebe Sabine,
    lieber Held,

    euer Filmchen ist großartig! Eine süße Idee und die Kommentare sind wirklich zum Lachen.

    Liebe Grüße,
    Maria

    Antworten
    • Danke liebe Marie, wir haben auch echt immer noch Spaß damit.Ich schmeiß mich weg, wenn der Held so übel gelaunt vor sich hingrummelt.
      Liebe Grüße von Sabine

      Antworten
  • Man Sabine,
    danke für diesen Start in den Tag! Ich wollte mir das heldenhafte Scheiß-Video schon die ganze Zeit ansehen, hab aber gerade mal wieder so viel um die Ohren, dass ich es erst jetzt geschafft habe. Und gerade heute brauche ich echt ne Aufmunterung. Hat bestens funktioniert. Ich leihe mir jetzt noch von Euch einen Heldenumhang und fliege hinaus in diese scheiß-schöne Welt und kaufe mir erst mal ein riesen Glas Würstchen, damit ich darin (nachdem die Würstchen aufgefuttert sind) auch so schön meinen Zauberstab beim myonnaisieren beobachten kann.
    Ganz liebe grüße
    schickt Dir Tanja

    Antworten
    • Liebe Tanja, freut mich sehr, dass wir dir aus einem Scheißmorgen ein scheißschönen zaubern konnten. Jetzt noch ne ordentliche Portion Würstchen mit Mayo, dann sieht die Welt doch gleich wieder anders aus. Liebste Grüße von Sabine

      Antworten
  • Ist das Video abhanden gekommen, das ich angehängt habe oder habe ich gar kein Video ins Kommentarfeld gepackt?
    Mein Kopf, das vergessliche Wesen.

    🙂

    Antworten
    • Du junges Ding. ICH kann über Alzheimer klagen, aber DU doch nicht. Nicht böse sein, du hattest einen Videolink geschickt, aber der wilde Kerl hat so mit den armen Lebensmitteln rumgeschmissen, da hat mir das Herz geblutet… Freue mich so sehr, dass du mich hier besucht hast. Hoffentlich ganz bald mal wieder im Leben 1.0

      Antworten
  • Gnihihi, danke, dass Du das nochmal verlinkt hast im Gastpost, das ist an mir vorbeigegangen (wie immer die Zeit „ach, das guck ich mir später an“ – und zack – Hirn ist wieder woanders). Jetzt aber. War quietschlustig und ich freu mich auf weitere. 😀
    LG /inka

    Antworten
    • Freut mich liebe Inka, dass es dir gefällt. Ich denke über eine Fortsetzung nach 🙂

      Antworten
  • Hey Sabine,
    ich musste echt schmunzeln bei dem Video! 😀 Übrigens: ich gehöre auch eher zu der Sorte Frau, die bei technischem Schnickschnack in Verzückung gerät, anstatt bei Schuhen und Co. 😉

    Liebe Grüße und bis morgen auf der Blogst!
    Jenni

    Antworten
    • Sehr sympathisch, liebe Jenni <3 Genau wie dein inspirierender Beitrag zu Snapchat. Hab ich noch nicht ganz kapiert aber ich werde mir Mühe geben 🙂

      Antworten

Write a comment