Hans Stefan Steinheuer, vielfach ausgezeichneter Sternekoch, unter anderem mit 2 Michelin-Sternen

Wurzeln und Flügel

Wurzeln und Flügel. Ist das nicht ein schönes Bild? Wir alle benötigen Wurzeln, eine tiefe Erdung, die uns mit allem versorgt, was wir zum Leben brauchen. Ganz besonders in stürmischen Zeiten. Und Flügel, die uns in den Himmel heben, mit denen wir über uns hinauswachsen können. Denn nur, wenn wir den Boden unter den Füßen auch mal verlassen und mutig abheben, können wir unsere Träume verwirklichen.

Sternekoch Hans Stefan Steinheuer ist ein Mann, der beides hat. 1985 übernahm er den elterlichen Landgasthof in Heppingen und etablierte dort eines der besten Restaurants Deutschlands. Vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit zwei Michelin-Sternen, feiert er ganz große Erfolge. Dazu gehört jede Menge Mut und Energie. Denn nicht viele waren am Anfang von seiner Idee überzeugt, dass ein Restaurant dieser Liga ausgerechnet im kleinen Heppingen erfolgreich sein könnte. Gemeinsam mit seiner Frau Gabriele hat er diese Vision in die Tat umgesetzt. Immer wieder wurde der Betrieb erweitert. Inzwischen gibt es neben Steinheuers Sterne-Restaurant Zur Alten Post die Poststuben mit regional bodenständiger Küche, ein Hotel, Räume für Veranstaltungen und Tagungen, eine Lounge, einen Sommergarten und eine Kochschule. Ein großer Teil der Kraft und Erdung für diese ständige Weiterentwicklung kommt aus dem familiären Zusammenhalt. Heute sind neben Ehefrau Gabriele auch Tochter Désirée Steinheuer als Sommelière und Schwiegersohn Christian Binder als Chef de Cuisine im Unternehmen tätig.

Zur Zeit arbeitet Hans Stefan Steinheuer mit dem Tre Torri Verlag an einem neuen Kochbuch. „Wurzeln“ soll es so passend heißen. Einen Tag lang durfte ich gemeinsam mit einigen anderen Bloggern zuschauen, wie die Gerichte zubereitet und auch gleich vor Ort fotografiert werden. Was mir dabei besonders auffiel, war die tiefe Ruhe und Entspanntheit, die Steinheuer ausstrahlt. Die Atmosphäre in der Küche ist geprägt von gegenseitigem Respekt, Teamgeist und Zusammenhalt. Wenn neue Gerichte und Teller kreiert werden, dann geschieht das im Team und ist erst vollendet wenn wirklich alle zufrieden mit dem Ergebnis sind.

Grundvorraussetzung für erstklassige Gerichte ist dabei erstklassige Ware. Dafür  kommt zum Beispiel der fast 80jährige Herr Stüssken bis zu dreimal täglich vorbei und beliefert das Restaurant mit frischem Gemüse, Kräutern und Hülsenfrüchten, die er in seinem nahegelegenen Garten anbaut.

Wir durften fotografieren und Fragen stellen und ausnahmslos alle wurden kompetent und freundlich beantwortet. Auch die kleinen Tricks und Kniffe zum Beispiel bei der kunstvollen Zubereitung der Dessertteller wurden nicht geheim gehalten. Beim ersten Glas Sekt haben wir ein wenig mit angerichtet und vor allen Dingen die ersten Köstlichkeiten probiert. Kein fancy Schnickschnack, ehrliche, frischeste Zutaten, perfekt kombiniert sorgten für maximalen Genuss.

Die ersten zwei Vorspeisen haben wir noch in der Küche eingenommen, dann schauten wir Fotograf Peter Schulte, der sein mobiles Studio im Nebenraum aufgebaut hatte, beim Fotografieren zu. Penibel wurde schon beim Anrichten der Teller auf perfektes Arrangement und kratzfreies Geschirr geachtet, damit später keine aufwändigen Retuschearbeiten notwendig sind.  Die Fotos werden dabei direkt auf einen Laptop übertragen, die Ergebnisse sofort kontrolliert und abgestimmt. Stellt man in der Vergrößerung Fehler fest, wird der Teller gleich neu angerichtet. Die Zusammenarbeit zwischen Küche, Fotograf und Verlag verläuft dabei ganz eng und alle Beteiligten sind hochkonzentriert für das beste Ergebnis bei der Arbeit.

Nach einer kleinen Pause trafen wir uns im Restaurant und haben ein fantastisches Menu genießen dürfen. Mit den perfekten Weinbegleitern, die Sommelière Désirée Steinheuer ausgesucht hatte. Auch Gabriele Steinheuer hat das Menu mit uns eigenommen und war mit ihrer sympathischen und charmanten Art die perfekte Gastgeberin. Man merkt, das ist einfach eine Familie, die für die hohe Gastronomie und das Wohl ihrer Gäste lebt.

Es war einfach ein ganz fantastischer und erlebnisreicher Tag. Ich bin der Familie Steinheuer und dem TreTorri Verlag sehr dankbar für diese Einladung und so gespannt auf das Buch, das Anfang nächsten Jahres erscheinen wird. Ein Must have, das steht jetzt schon einmal fest.

 

Weitere Berichte dieses Events findet ihr bei
Der Küchenjunge
Bushcook Kitchen
Magentratzerl

Kommentare (2)

  • Toller Bericht mit tollen Fotos. Klasse, das Zigarren-Finale!

    Grüße aus Wiesbaden-Bierstadt

    Bärbel aka Farbenfreundin

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    • Vielen Dank, liebe Bärbel. Das ist auch meine Lieblingsbild 🙂

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